Small molecules

ENGLISH DEUTSCH

Die WILEX AG setzt bei ihren therapeutischen Produktkandidaten auch kleine Moleküle oder niedermolekulare Wirkstoffe, so genannte „small molecules“ ein. Kleine Moleküle zeichnen sich durch eine Molekülmasse aus, die 800 g/mol (800 Dalton) nicht übersteigt. Im Gegensatz zu großen Molekülen (z. B. Antikörper) können kleine Moleküle aufgrund ihrer geringen Masse in die Zelle eindringen und im Zellinneren gezielt ihre Wirksamkeit entfalten. Sie blockieren dort Signale, die unter anderem für das Tumorwachstum oder Entzündungskrankheiten eine Rolle spielen.

Durch spezielle Signalübertragungsmechanismen sind Tumorzellen unter anderem in der Lage, sich schneller zu teilen und damit schneller zu vermehren als normale Zellen. Über die Bildung von Proteasen (Enzyme, die Proteine spalten) können Tumorzellen dann in das sie umgebende Gewebe sowie ins Lymph- und Blutsystem eindringen und metastasieren. Solche Systeme funktionieren in der Regel durch die Bindung von bestimmten Botenstoffen an Proteine, die an die Zelloberfläche gebunden sind (so genannte Rezeptoren). Durch spezifisch wirkende, niedermolekulare Inhibitoren, die solche Bindungen und somit Systeme hemmen, könnte eine Kontrolle des Tumorwachstums und eine Hemmung der Metastasierung bewirkt werden.

Der Produktkandidat MESUPRON® ist ein solcher oraler niedermolekularer Protease-Inhibitor und soll das Urokinase Plasminogen Aktivator-System (uPA-System) blockieren, das eine wichtige Rolle beim Wachstum, bei der Ausbreitung und Metastasierung von verschiedenen bösartigen Tumoren spielt. Das uPA-Programm war 1997 die wissenschaftliche Basis für die Gründung von WILEX. Der uPA-Gehalt im Tumor erlaubt eine Prognose über die statistische Überlebenswahrscheinlichkeit der Patienten: Personen, die einen hohen uPA-Gehalt im Tumor aufweisen, haben eine statistisch niedrigere Überlebenszeit als Personen mit einem niedrigen uPA-Gehalt. MESUPRON® wird als erster niedermolekularer Inhibitor in einem klinischen Phase II-Programm getestet.

WILEX arbeitet an zwei weiteren niedermolekularen Inhibitoren: einem MEK-Inhibitor und einem PI3K-Inhibitor, die 2009 im Rahmen der strategischen Allianz mit UCB Pharma S.A. in das Entwicklungsprogramm aufgenommen wurden.

Der MEK-Inhibitor wird derzeit als WX-554 in einem Phase I-Programm getestet und ist ein vielversprechender Kandidat für die Tumortherapie. Das MEK Protein ist Teil des MAPK (Mitogen-aktivierte Protein-Kinase) –Signalwegs, der Signale von Rezeptoren an der Zelloberfläche über eine Kaskade weiterer Proteine an den Zellkern weitergibt und dort Impulse zur Zelldifferenzierung und Zellteilung gibt. Weitere Komponenten des Signalwegs sind die Kinasen Ras, Raf, und ERK1/2. Bei mehr als 30 % der Krebsarten ist der MEK-Signalweg in einer Weise verändert, der zu vermehrtem Zellwachstum und -ausbreitung führt.

Der PI3K-Inhibitor WX-037 wird derzeit präklinisch getestet. Der Phosphatidylinositol-3kinase/Proteinkinase-Signalweg – kurz PI3K – sendet das Signal „Wachstum“ an den Kern einer Krebszelle. Eine gesteigerte Aktivität des PI3K-Signalweges wird häufig in Tumorzellen gefunden und trägt zur Tumorentstehung bei. Es konnte gezeigt werden, dass der PI3K-Signalweg bei vielen Krebsarten mutiert ist. Daher ist es von therapeutischem Interesse, einen Hemmstoff für den hoch-regulierten PI3K-Signalweg zu entwickeln.

Seite gelesen: 4229 | Heute: 12