Zielstruktur RENCAREX®

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CA IX-Antigen – ein hochspezifisches therapeutisches Zielmolekül

Der monoklonale Antikörper RENCAREX® (INN: Girentuximab) bindet hochspezifisch an ein Protein auf der Zelloberfläche der Tumorzellen. Dieses Protein mit Namen Carbonische Anhydrase IX (auch CA IX, MN oder G250 Antigen genannt) befindet sich auf über 90% der klarzelligen Nierenzellkarzinome, nicht jedoch auf normalem Nierengewebe. Das Antigen wird auch auf soliden Tumoren gefunden, darunter Kopf-Hals-, Gebärmutterhals-, Darm- und Brustkrebs sowie nicht kleinzelliger Lungenkrebs. Das Molekül kommt in geringen Mengen auf der Magenwand, dem oberen Darmtrakt und dem Gallengang vor, aber nicht in anderem Gewebe.

Abb.: Die mit dem Antikörper erfolgte immunohistochemische Färbung von Nierenzellkrebsgewebe (bräunliche Färbung, links) und gesundem Nierengewebe (graue Färbung, rechts) zeigt das hochspezifische Bindungsverhalten des Antikörpers an die Nierenzellkrebszellen.

Wirkmechanismus von RENCAREX®ADCC

Der Antikörper Girentuximab bindet an das MN/CA IX-Antigen auf der Oberfläche der Nierenzellkrebszellen. Dadurch wird das körpereigene Immunsystem des Patienten stimuliert, Effektorzellen (z.B. natürliche Killerzellen, „NK cells“) auszusenden, welche die Tumorzellen vernichten sollen. Dieser Mechanismus wird ADCC (“Antibody-Dependent Cellular Cytotoxicity”, Antikörper-vermittelte zelluläre Zytotoxizität) genannt.

Abb.: Illustrierung des ADCC-Prozesses, der Wirkungsweise des Girentuximab (RENCAREX®)-Antikörpers: Mit der variablen Region bindet der Antikörper an das auf der Tumorzelle exprimierte CA IX-Antigen. Die konstante Region des Antikörpers bindet an den Fc-Rezeptor der Effektorzelle (natürliche Killerzelle, NK-cell) des Immunsystems, welche die Tumorzellen zerstören soll.

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