Über Nierenkrebs

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Das Nierenzellkarzinom (Nierenzellkrebs) ist die häufigste Form von Nierenkrebs und stellt mehr als 90% aller bösartigen Tumorerkrankungen der Niere dar. Pro Jahr erkranken weltweit rund 273.500 Menschen neu an Nierenkrebs. Aufgrund der unbefriedigenden Behandlungsoptionen besteht eine hohe medizinische Notwendigkeit zur Erforschung und Entwicklung neuer Therapien zur Behandlung sowohl des metastasierten als auch des nicht metastasierten Nierenzellkrebs.

Nicht metastasierter Nierenzellkrebs:

Bei etwa 70-80% aller Nierenzellkrebspatienten liegen zum Zeitpunkt der Erstdiagnose noch keine sichtbaren Tochterabsiedlungen, sog. Metastasen, vor. Man spricht von nicht metastasiertem Nierenzellkrebs. Die bisherige Standardbehandlung beim nicht metastasierten Nierenkrebs besteht in der operativen Entfernung der befallenen Teile der Niere oder der ganzen Niere (Nephrektomie) und der anschließenden Beobachtung der Patienten.

Rund zwei Drittel dieser Patienten erleiden jedoch einen Rückfall innerhalb von wenigen Jahren nach der Operation. Als Ursache dafür wird angenommen, dass bei diesen Patienten zum Zeitpunkt der Erstdiagnose bereits einzelne vom Primärtumor losgelöste Tumorzellen unterhalb der technischen Nachweisbarkeitsgrenze im Körper vorhanden waren (sog. Mikrometastasen), die im Folgenden ohne weitere Behandlung zu diagnostizierbaren Metastasen anwachsen. Diese Patientengruppe, die damit einem besonders hohen Rückfallrisiko unterliegt, kann anhand bestimmter Risikofaktoren im Vorfeld identifiziert werden.

Obwohl viele dieser Patienten nach einer Operation wieder einen Rückfall erleiden, ist derzeit noch kein Medikament für die adjuvante Behandlung dieser Patienten unmittelbar nach einer Operation zugelassen. Aus diesem Grund besteht eine dringende medizinische Notwendigkeit für eine adjuvante Therapie, um den Rückfall von Nierenzellkrebspatienten nach der Operation entweder zu vermeiden oder zumindest zeitlich hinauszuzögern.

Metastasierter Nierenkrebs:

Bei etwa 20-30% aller Nierenzellkrebspatienten haben sich bereits zum Zeitpunkt der Erstdiagnose Metastasen gebildet. Zudem treten bei vielen ursprünglich als nicht metastasiert diagnostizierten Patienten in der Folgezeit nach einer Operation Metastasen auf. Nierenzellkrebs im fortgeschrittenen Stadium ist sehr schwer zu behandeln. Bisher zugelassene Therapien führen in der Mehrzahl der Fälle nicht zum Erfolg und haben zum Teil schwere Nebenwirkungen. Die Lebenserwartung dieser Patienten ist gering.

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