Phase I & II mit MESUPRON®

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MESUPRON® ist ein Inhibitor von uPA und anderen Serinproteasen, der oral verabreicht wird. Damit ist MESUPRON® gut zur Behandlung von Tumorerkrankungen geeignet, bei denen eine langfristige chronische Behandlung notwendig ist. Teilweise wurden die Studien durch einen Zuschuss i.H.v. rund USD 5,0 Mio. vom Brustkrebs-Forschungs-Programms des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums mitfinanziert.

Nachdem MESUPRON® in präklinischen Studien wirksam die Metastasierung und das Primärtumorwachstum hemmen konnte und dabei gute Sicherheit und Verträglichkeit zeigte, wurde der Wirkstoff in die klinische Entwicklung gebracht.

Es wurden bereits zwei klinische Phase I-Studien mit MESUPRON® bei gesunden Probanden erfolgreich abgeschlossen. In einer Studie wurden Einmalgaben von MESUPRON® bei gesunden Probanden untersucht. Die Einnahme von MESUPRON® war in allen Dosierungen sicher und gut verträglich. Zudem zeigte der Wirkstoff gute orale Bioverfügbarkeit, d.h. eine wirkungsvolle Umwandlung in die aktive Substanz WX-UK1 im Körper des Probanden. In der anderen Studie wurden Sicherheit, Verträglichkeit und Pharmakokinetik bei Mehrfachgabe von MESUPRON® an gesunden Probanden untersucht. Die Studie wurde ebenfalls erfolgreich und mit positiven Ergebnissen abgeschlossen.

Eine europäische Phase Ib-Studie bei Patienten mit Kopf-/Hals-Tumoren lieferte im Jahr 2007 den Nachweis, dass die einmal tägliche orale Dosierung von MESUPRON® eine adäquate Konzentration der aktiven Substanz WX-UK1 im Tumorgewebe liefert.

Phase II-Studie in der Indikation Bauchspeicheldrüsenkrebs

Im Juni 2010 wurden eindrucksvolle finale Daten für eine klinische Phase II-Studie bei Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs präsentiert.

Die Patientenrekrutierung von 95 Patienten mit lokal fortgeschrittenem, inoperablem, nicht metastasiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs wurde im Juli 2008 abgeschlossen. Die randomisierte, offene, dreiarmige Phase II-Studie untersucht die anti-metastasierende Wirkung der Kombinationstherapie von MESUPRON® in Kombination mit dem Chemotherapeutikum Gemcitabine (Gemzar®, Eli Lilly and Company, Indianapolis, IN, USA). Den Patienten wurde entweder Gemcitabine allein oder zusammen mit einer täglichen oralen Dosis von 200 mg bzw. 400 mg MESUPRON® bis zur Progression verabreicht. Die Therapie hat sich als sicher und gut verträglich erwiesen. Die Studie untersucht verschiedene Parameter, unter anderem das sogenannte progressionsfreie Überleben und die Zeit bis zum ersten Auftreten von Metastasen.

Positive finale Daten der Studie wurden im Juni 2010 auf der ASCO (American Society of Clinical Oncology) präsentiert. Die Tumoransprechrate betrug in der Gruppe Gemcitabine allein 15,4 % und wurde durch die zusätzliche Verabreichung von 200 mg MESUPRON® auf 21,4 % und von 400 mg MESUPRON® auf 35,5 % erhöht.

Das progressionsfreie Überleben konnte insgesamt um 66 % verbessert werden. In der Gruppe Gemcitabine allein waren nach 12 Monaten 16,2 % der Patienten auf Basis eines radiologischen Befundes nicht progredient. Durch die zusätzliche Verabreichung von 200  mg MESUPRON® erhöhte sich die progressionsfreie Überlebensrate auf 22,5 % und von 400 mg MESUPRON® auf 26,9 %.

Die 1-Jahres-Überlebensrate stieg insgesamt um 49 %. Sie betrug bei Gemcitabine allein 33,9 % und stieg mit 200 mg MESUPRON® auf 40,7 % und mit 400 mg MESUPRON® auf 50,6 %. Die mediane Überlebenszeit der Patienten wurde um 26 % von 9,9 Monaten mit Gemcitabine allein auf 12,5 Monate in Kombination mit 400 mg MESUPRON® verbessert.

Weitere Informationen finden Sie auf dem Poster (in Englisch), das auf der ASCO 2010 präsentiert wurde. (nach oben)

Phase II-Studie in der Indikation Brustkrebs

WILEX hat im Juni 2012 Daten für ihre klinische Phase II-Studie mit MESUPRON® bei Patienten mit metastasiertem, HER2Rezeptor-negativem Brustkrebs veröffentlicht.

Der uPAInhibitor MESUPRON® (INN: Upamostat) wurde in Verbindung mit dem Chemotherapeutikum Capecitabine (Xeloda®, Hoffmann La Roche AG, Schweiz) verabreicht. Die doppelt verblindete randomisierte Studie untersuchte die Wirksamkeit und Sicherheit von einer täglichen oralen Dosis von 200 mg MESUPRON® in Kombination mit Capecitabine im Vergleich zu Capecitabine allein (Kontrollgruppe). Es wurden 132 Patienten in 20 Zentren in 5 Ländern (Belgien, Brasilien, Deutschland, Israel und USA) in die Studie eingeschlossen.

Primäres Ziel der Studie war die Bewertung der Wirksamkeit der Kombination von MESUPRON® und Capecitabine im Vergleich zur Monotherapie mit Capecitabine im Hinblick auf das progressionsfreie Überleben (Progression Free Survival, PFS). Die Studie untersuchte außerdem die objektive Ansprechrate, Gesamtüberlebenszeit, Sicherheit und Verträglichkeit sowie Pharmakokinetik. Die Wirksamkeit wurde im Rahmen einer unabhängigen, zentralen Auswertung der Computertomographien anhand des Tumorbewertungsschemata RECIST (Response Evaluation Criteria on Solid Tumours) und Knochenszintigrammen bestimmt.

In der gesamten Studienpopulation (intent to treat; ITT) führte MESUPRON® zu einem Anstieg des medianen progressionsfreien Überlebens von 7,5 Monaten in der Kontrollgruppe auf 8,3 Monate in der Kombinationstherapie. Die Tumoransprechrate betrug in der Kontrollgruppe 9 % und wurde durch die zusätzliche Verabreichung von 200 mg MESUPRON® annähernd auf 17 % verdoppelt. Die Daten zum Gesamtüberleben (Overall Survival, OS) sind noch nicht auswertbar, weil über 60 % der Patienten zum Zeitpunkt der Auswertung noch am Leben waren. Die Kombinationstherapie von MESUPRON® und Capecitabine hat sich als sicher und gut verträglich erwiesen. Die pharmakokinetische Analyse zeigte, dass keine Arzneimittel- Wechselwirkungen zwischen MESUPRON® und Capecitabine vorlagen.

Um zu testen, ob MESUPRON® auch in einer homogenen Patientenpopulation wirksam ist, wurden zwei Subgruppen gebildet, die über eine ausreichende Patientenanzahl für eine separate Analyse verfügten.

In der Subgruppe mit Patienten kaukasischer Ethnizität (n = 109) verbesserte sich das mediane progressionsfreie Überleben von 7,5 Monate in der Kontrollgruppe auf 9,1 Monate bei Patienten, die mit MESUPRON® behandelt wurden.
In der Subgruppe mit Patienten (n = 95), die sich nach der Erstdiagnose von Brustkrebs einer adjuvanten Chemotherapie unterzogen hatten, verbesserte sich das mediane progressionsfreie Überleben von 4,3 Monate in der Kontrollgruppe auf 8,3 Monate in der Gruppe mit MESUPRON®. (nach oben)

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